… sie hätten nichts anderes zu tun. In den letzten Wochen und Monaten hat eine kleine Gruppe von Neonazis ganze Arbeit geleistet – oder zumindest glauben sie das.
Hunderte Aufkleber und trotzdem nichts gewonnen.
In, Evershagen, Lütten Klein und zuletzt auch Marienehe klebte immer wieder ein kleines Grüppchen massenweise rechtsradikale Aufkleber. Die Motive reichen von freien Kameradschaften, über NPD-Motive, bis hin zu Werbeaufklebern für Neonaziportale. Und so schnell wie sie geklebt wurden, so schnell waren sie auch wieder weg. Die wenigsten der teilweise postkartengroßen Aufkleber hielten länger als drei Tage. Offenbar hatten es die Evershägener, die auch schon mal gerne Wahlpappen von linken und neoliberalen Parteien abreißen, so eilig mit dem Verkleben ihrer volksverhetzenden Propaganda, dass ihnen sogar Aufkleber – mit samt der intakten Abziehfolie – aus den Taschen vielen und angagierte Bürger diese am nächsten Morgen wieder aufheben und in den nächsten Mülleimer werfen konnten. Aber auch die Aufkleber, die illegaler Weise ihren Weg an Laternenpfähle und Straßenschilder fanden, wurden so schlecht geklebt, dass sie schon wenige Stunden nach deren Anbringen wie wild im Abendwind herumflatterten.
Viel Kleister – wenig Hirn: Wildes Plakatieren.
Aber nicht nur Aufkleber, auch ganze Plakate klebt die Gruppe offenbar gerne: waren es früher Plakate der mittler Weile verbotenen, weil als antisemitisch und verfassungsfeindlich eingestuften, „Mecklenburgischen Aktionsfront“, so sind es jetzt Plakate eines Dortmunder Neonaziportals, die von so genannten Autonomen Nationalisten geführt wird. Auch die Plakate hielten die letzten Monate nicht lange, im Gegenteil: das Plakatieren auf private Eingangstüren hat sich als verdammt unüberlegt herausgestellt. Davon einmal abgesehen, ist das Herumtragen von Eimern und Quasten noch auffälliger, als das Verkleben von Aufklebern.
Nach dem Kleben kommt das Lernen!
Auch wenn unsere Gruppe Neofaschisten, die wohl hauptsächlich in der Nähe des Altenpflegeheim der DRK in Evershagen wohnt, die letzten Wochen sehr aktiv in Sachen Aufkleber geworden ist, ist eines klar: jetzt, wo die Schulferien in Mecklenburg-Vorpommern wieder vorbei sind, werden ihre Aktionen weniger werden. Einige müssen sich wieder auf die Schulbank setzen und der Rest ist mit der Ausbildung beschäftigt.
So oder so: es ist verdammt hohl, riesige Aufkleber drucken zu lassen, auf denen Internetadressen stehen, die schon lange nicht mehr existieren und Sprüche wie „Deutschlands brd-igung aufhalten“ sind zwar linguistisch gesehen recht amüsant, aber bei genauerer Betrachtung natürlich absolut hohl.
Und nun?
Zusammenfassend bleibt nur festzustellen, dass diverse Spray-Aktionen der Neonazis in der Vergangenheit effektiver waren, als ihr exorbitanter Papierverbrauch in Form von Aufkleber und Plakaten. Auch wenn die Aktionen vermutlich nichts mit den Vorbereitungen der NPD auf den Bundeswahlkampf zu tun haben, bleibt ihnen eines gemein: sie richten Sachschäden an und führen zu Anzeigen im Bereich der Denkmalschändung und der Sachbeschädigung, von Volksverhetzung ganz zu schweigen.
Anmerkung: Die Redaktion bedankt sich bei den Autoren für den eingereichten Artikel und wünscht weiterhin viel Erfolg bei der antifaschistischen Arbeit!






